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Wie sich dein Hund selbst sieht

Wie sich dein Hund selbst sieht

Wenn man sich einmal mehr mit der Psychologie und Denkweise eines Hundes auseinandersetzt, dann wird es immer deutlicher, wie unterschiedlich wir tatsächlich sind. Die Spezien Mensch und Hund haben vollkommen andere Ansichten, wie sie die Welt um sich herum wahrnehmen – und auch wie sie sich selbst darin sehen.

Wir Menschen stellen uns meist mit unserem Namen vor und wir neigen dazu, uns anhand der jeweiligen Kategorien wie Religion, Status, Rasse oder Nationalität zu definieren. Das ist menschlich und vollkommen normal. Seltsamerweise bedeutet unsere Spezies Homo Sapiens nur noch sehr wenig und wird kaum noch beachtet, obwohl wir interessanterweise ursprünglich zur Gruppe der Tiere gehörten.

Hunde hingegen sehen sich selbst in ihrer Umwelt vollkommen anders. Ihr Name bedeutet zunächst gar nichts. Aber sie sind sich durchaus bewusst, dass sie ein Tier sind, dass sie instinktiv handeln müssen, um zu überleben. Für einen Hund zählt nur die Gegenwart, das Hier und Jetzt, und dann die Energie seines Gegenübers, sei es Mensch oder Tier.

Tier → Hund → Rasse → Name

Ein Hund ist sich ebenfalls seiner Spezies bewusst, denn das ist es, was seine Rudelmentalität antreibt. Hunde wissen, dass sie in einem Rudel eine gewisse Stellung einnehmen und dass das gesamte Rudel ihre Sicherheit garantiert. Dies erklärt auch, warum Hunde einen Jagdinstinkt haben. Hunde gehören zur Gruppe der Raubtiere.

Die Rasse interessiert einen Hund herzlich wenig. Das kann man immer dann beobachten, wenn die deutsche Dogge mit ihren 120kg vor einem 10kg Mops davonrennt. Oder wenn der kleine Yorkshire Terrier jedesmal seinem benachbarten Rottweiler freudestrahlend dessen Lieblingsspielzeug unter der Nase wegstiehlt, um ihm immer wieder neu zu zeigen, dass er der Boss ist. Rassen wurden von Menschen kreiert, damit wir die Vorzüge gewisser Hunde unseren Bedürfnissen entsprechend anpassen konnten. Ein Hund ist und bleibt aber immer noch ein Hund – und deshalb geben unsere Vierbeiner nicht wirklich viel darauf.

Zu guter Letzt: der Name eines Hundes ist das Geräusch, das wir machen, wenn wir was von ihnen wollen. Dein Hund wird sich niemals als Fifi oder Eliot sehen. Dein Hund reagiert auf die Energie, die wir ausstrahlen, wenn wir ihren Namen rufen. Das ist höchstwahrscheinlich auch der Grund, warum meine Chihuahuadame Rocky auf die Namen “Prinzessin”, “Engelchen” und “Zuckerbömbchen” genauso reagiert, wie auf “Stinkesocke”, “Sesselpupser” und “Fress-Sack”!

Welpe leckt sein eigenes Spiegelbild mit Zunge

„Der ist aber süß, den möchte ich abschlecken ?. Oh, das bin ja ich ?.“

Hunde sehen sich also in erster Linie als genau das, was sie sind: Als ein Tier und als einen Hund. Rasse und Name sind zwar uns Menschen wichtig – aber in der Welt des Hundes sind diese eher unwichtig. Dies ist eine wichtige Erkenntnis und hilft dir schlussendlich dabei, den Bedürfnissen deines Vierbeiners wirklich gerecht zu werden. Je mehr wir unsere Hunde verstehen, desto besser können wir mit ihnen kommunizieren und so Missverständnisse und Fehlverhalten vermeiden.