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Hunde sind Rudeltiere

Hunde sind Rudeltiere

Ws gibt kaum eine Spezies auf dieser Welt, die so viele verschiedene Rassen enthält, wie der Hund. Sei es eine riesige Deutsche Dogge, die es problemlos im Sitzen schafft den Kopf auf deine Schulter zu legen oder aber ein winziger Chihuahua, der vielleicht gerade mal 2 kg auf die Waage bringt. Hunde gibt es tatsächlich in fast allen Formen und Farben.

Was man bei dieser ganzen aufregenden Vielfalt aber nicht vergessen sollte, ist die Tatsache, dass sich sowohl bei der Deutschen Dogge, als auch beim Chihuahua – und allen Hunden dazwischen – ein ganz besonderes Tier darin versteckt, denn der Ur-Ur-Urgroßvater all unserer Lieblinge ist und bleibt der Wolf. Und ja, das trifft auch bei dem winzigen Chihuahua zu!

Wolfswelpe spielt in umgefallendem Baum

Wolfswelpe oder Hundewelpe?

Mittlerweile gibt es weltweit über 340 verschiedene Hunderassen, bei denen man versucht hat, den Hund dem Menschen und unseren Bedürfnissen entsprechend anzupassen. Bei solch einer riesigen Auswahl sollte man annehmen, dass es eigentlich keine Probleme geben dürfte, wenn man sich doch mittlerweile sogar den perfekten Hund aus einem Katalog bestellen kann. Warum ist also der perfekte Hund dann doch nicht so perfekt, wie man sich das gerne vorstellt?

Wie gesagt, der Wolf versteckt sich immer noch irgendwo hinter dieser niedlichen Fellnase und das ist der Grund, warum sich jeder – nein, wirklich – jeder(!) Hundebesitzer darüber im Klaren sein sollte, dass unsere Vierbeiner tatsächlich ECHTE Bedürfnisse haben, die wir keinesfalls ignorieren sollten.

Wenn unser kleiner Kampfschmuser also wie ein Berserker seinem Ball hinterherstürmt, dann folgt er in Wirklichkeit einem uralten Instinkt, den er nicht mal eben so abstellen kann. Für das Wohlbefinden unserer Hunde ist es daher überaus wichtig, dass wir mit dem Tier und seinen Fähigkeiten arbeiten – und nicht nur den Hund be-arbeiten, um daraus einen Roboter zu machen.

Hunde brauchen generell zwei Dinge: Stabilität und einen fähigen Rudelführer

Hier werden mir vielleicht nicht alle Leser zustimmen, aber wenn ich kurz erklären darf, was genau damit gemeint ist, dann wird die Sache vielleicht etwas verdaulicher.

Ein Faktor, der generell eine sehr große Rolle spielt, ist die Tatsache, dass Hunde vom Wolf abstammen. Wölfe sind Rudeltiere. Hier spielt es absolut keine Rolle, ob ein Rudel zwei Mitglieder hat oder mehrere.

Ein Rudel ist auch dann ein Rudel, wenn man als Einzelperson einen Hund hat.

In jedem Rudel gibt es eine Rangordnung und alle Mitglieder dieses Rudels folgen dieser Rangordnung. Der Kopf eines jeden Rudels ist der Rudelführer. Bei den Wölfen ist dies oft das Alphapärchen, ein Weibchen und ein Männchen, die den Rest ihrer Truppe anführen. Dies trifft besonders bei der Jagd zu und auch, wenn es darum geht, das Rudel zu verteidigen.

Auch wenn es dir schwerfällt, dieses Schema auf den kleinen Schmuser zu übertragen, der neben dir auf dem Sofa gerade vollkommen friedlich vor sich hin schnarcht. Dein Hund ist ein Mitglied eures Rudels. Aber wer von euch ist hier der Rudelführer? Ist das überhaupt wichtig?

Die Antwort ist hier ganz eindeutig – JA!

Warum?

  • Weil du vielleicht Probleme hast, deinen Hund zu Hause zu kontrollieren.
  • Weil dein Hund nicht auf dich hört und gern seine Unabhängigkeit raushängen lässt.
  • Weil dein Hund nervös ist oder gestresst wirkt.
  • Weil dein Hund jeden anknurrt, der zu Besuch ins Haus kommt.
  • Weil dein Hund nicht aufhört zu bellen, wenn du das Haus verlässt…

Es gibt unzählige Probleme, die man mit dieser einen Tatsache tatsächlich aus der Welt schaffen kann. Nein wirklich. Und hier ist – warum:

Wir leben in einer mittlerweile extrem schnell-lebigen Welt vollbeladen mit Geräuschen, Gerüchen, Menschen, Stress und Leinenzwang. Für einen Hund sieht das Ganze wie reinstes Chaos aus. Abgesehen davon, dass wir unseren Vierbeinern oft viel zu viele Anreize auf einmal zumuten, erlauben wir dem Tier aber dann nicht, seiner Nase zu folgen und diese Anreize entsprechend beschnüffeln zu dürfen (was aus Sicherheitsgründen meist notwendig ist).
Wir regen ihre Neugierde an und nehmen ihnen aber gleichzeitig die Freiheit weg, diese natürliche Neugierde zu befriedigen. Wer will schon gerne seinen Vierbeiner mitten in der Innenstadt den Autos hinterherrennen sehen?! Und nicht jede junge Mutter weiß die unbändige Liebe eines Golden Retrievers zu schätzen, der mal eben seinen Kopf in ihren Kinderwagen hineinstecken und ihrem Kind das Gesicht ablecken will.

Wenn unser Fifi selbst also keine Entscheidungen treffen kann, weil er entweder angeleint oder tagsüber im Haus eingesperrt ist, bis das Herrchen von der Arbeit wieder nach Hause kommt – wie soll denn der Hund auf diese Weise Futter für sein Rudel besorgen oder (aus der Sicht des Hundes!) es im Schlimmsten Fall verteidigen können? Dein Hund braucht deshalb deine Führung, weil es ihm selbst unmöglich ist, diese Position einzunehmen.

Ich möchte an dieser Stelle gern anmerken, dass ein Hund, der keinen Rudelführer hat, diese Rolle dann gezwungenermaßen selbst übernehmen wird. Es bleibt ihm keine andere Wahl. Sein Kopf sagt ihm, dass jedes Rudel einen Anführer braucht. Wenn du also diese Rolle selbst nicht übernehmen willst, dann fühlt sich dein Hund dazu verpflichtet, diese Rolle für dich zu übernehmen.

Logischerweise sind die meisten Hunde damit vollkommen überfordert, denn sie haben absolut keine Möglichkeit, die notwendigsten Dinge, für die ein Rudelführer verantwortlich ist, beeinflussen zu können. Sie können kein Futter besorgen und sie wissen nicht, welche Personen, die ins Haus kommen, eine Gefahr bedeuten oder nicht. Dies sind sehr oft die Gründe, warum z.B. ein ursprünglich perfekter Hund dann ganz plötzlich zum Beisser wird.

Das ist der Grund, warum jeder Hund einen fähiger Rudelführer haben sollte – oder vielmehr, warum jeder Hund einen Besitzer haben sollte, der gern die Rolle des Rudelführers übernimmt, damit sich Fifi wieder ganz entspannt und stressfrei auf dem Sofa zusammenrollen kann. Mein Herrchen macht das schon.

Ein guter Rudelführer gibt seinem Rudel Stabilität.

Stabilität erreicht der Rudelführer durch konsequentes Verhalten. Stabilität bedeutet Sicherheit. Und Sicherheit bedeutet, dass man einen entspannten Hund zu Hause hat. Oder drei. Oder fünf. Die Anzahl spielt hier keine Rolle.

Wie das funktioniert, erfährst du hier