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Hunde folgen ihrem Instinkt

Hunde folgen ihrem Instinkt

Hunde stammen vom Wolf ab. Das ist ja mittlerweile bekannt. Wenn du dir aber nun deine eigene niedliche Fellnase anschaust, die da so laut schnarchend zusammengerollt auf der Couch liegt, dann fällt es dir vielleicht gar nicht so leicht, den Wolf darin zu erkennen. Dabei zeigen uns unsere Vierbeiner immer wieder, aus welchem Holz sie wirklich geschnitzt sind. Wir Menschen müssen hier nur lernen, das Verhalten unserer Hunde richtig zu deuten.

Es passiert uns allen früher oder später, mehr oder weniger: wir vermenschlichen unseren Hund. Wir gehen davon aus, wie er oder sie sich in einer gewissen Situation fühlen muss, weil wir von unseren eigenen Erfahrungen als Mensch ausgehen. Das mag ja in manchen Fällen ganz lustig sein, z.B. wenn mir meine winzige Chihuahuadame ganz lautstark mitteilt, dass ihr etwas nicht passt. Aber in anderen Fällen tun wir damit unseren Hunden vielleicht Unrecht, wenn wir unserem Fifi dann nicht das richtige Verhalten entgegenbringen.

Unsere Hunde leben instinktiv. Aber was noch sehr viel wichtiger ist – unsere Hunde leben in der Gegenwart. Im Hier und Jetzt.

Ein Hund lebt nicht in der Vergangenheit
und er macht sich keine Sorgen um die Zukunft.

Das bedeutet übrigens nicht, dass sich ein Hund nicht an etwas aus der Vergangenheit erinnern kann! Das heißt nur, dass Hunde nicht nachtragend sind und es sie viel mehr interessiert, was jetzt in diesem Augenblick um sie herum passiert.

  • Ist dieser Geruch etwas Gutes?
  • Ist dieses Geräusch etwas Schlechtes?
  • Ist die Energie um mich herum entspannt und verspielt oder besteht vielleicht Gefahr?
  • Sollte ich diesen neuen Hund begrüßen oder mich besser fernhalten?

Es bedeutet in erster Linie, dass wir unsere Hunde nicht auf dieselbe Art und Weise korrigieren können, wie wir das mit Kindern oder auch Erwachsenen tun, um deren Verhalten uns gegenüber zu verändern. Denn ein Hund bezieht sein gesamtes Verhalten einzig und allein auf die derzeitige Situation.

Der Unterschied zwischen uns Menschen und unseren Fellnasen ist der, dass unsere Entscheidungen von unseren Emotionen und unseren Erfahrungen geleitet werden – der Hund jedoch von seinen Instinkten geleitet wird. Und es ist hier – wo wir als Hundebesitzer unserem Hund entgegenkommen und ihn (oder sie) besser verstehen sollten, damit wir dessen Verhaltensweisen auch richtig deuten und entsprechend richtig handeln können.

Einer dieser Instinkte des Hundes ist der, dass sie Personen und auch Tiere mit einer balancierten ausgeglichenen Energie bevorzugen. Das hat unter Anderem etwas damit zu tun, dass du – aus der Sicht des Hundes – als vertrauenswürdiger und fähiger Rudelführer eine entsprechende Charakterstärke an den Tag legen solltest. Abgesehen davon sind Hunde normalerweise friedliche Tiere und wollen lieber miteinander spielen, als sich verteidigen zu müssen.

In einem Rudel voller Hunde werden diejenigen, die unausgeglichen sind – sprich: sich daneben benehmen oder aus der Reihe tanzen – sehr schnell von den anderen Hunden korrigiert oder sogar ganz aus ihrem Kreis zurückgewiesen. Da unsere Hunde uns jedoch nicht korrigieren können, werden sie in einem solchen Falle – wenn wir z.B. gestresst sind oder verärgert – instinktiv deshalb alles tun, um uns auszuweichen.

Wenn nun also deine Schnüffelnase ein Verhalten an den Tag legt, was du korrigieren willst, dann erinnere dich zuallerst immer daran, dass dein Fifi instinktiv handelt und du dich mit der Situation hier und jetzt auseinandersetzen solltest. Hier hilft es besonders, wenn du die Instinkte deines Hundes verstehst und sie respektierst. Deinen Hund hier langwierig zu beschimpfen – oder im schlimmsten Fall, zu versuchen ihm zu erklären, was er da wieder falsch gemacht hat – bringt absolut gar nichts. Hunde sind zwar sehr intelligent und verstehen eine ganze Reihe von Wörtern, aber keine zehnminütigen Lektionen, warum das Schnüffeln am Po vom Hund des Nachbarn “Pfui” sein soll?!?

Lass deinen Hund Hund sein und ruhig den Hintern des anderen Hundes beschnüffeln. Das ist nichts Peinliches, sondern höfliche Hundeetikette.

Was diese Instinkte sind, kannst du hier nachlesen.