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Hunde folgen deiner Energie

Hunde folgen deiner Energie

Menschen sind intellektuell – wir kommunizieren in erster Linie mit Worten. Zumindest denken wir das, es ist unsere bewusste Art der Kommunikation. Unsere unbewusste Art ist unsere Körpersprache, Gestik und Mimik, auf die wir in den meisten Fällen eher weniger Einfluss haben.

Hunde hingegen kommunizieren fast ausschließlich mit ihrer Körpersprache. Dieser feine Unterschied zwischen Mensch und Hund ist in den meisten Fällen der Grund für Missverständnisse zwischen diesen beiden Spezies. Wie das möglich ist? Hunde spüren unsere Energie und wissen sehr viel genauer, was wirklich in uns vorgeht, als es uns selbst oft bewusst ist.

Wir Menschen gehen meist davon aus, dass wir die Kontrolle darüber haben, welche Signale wir nach außen senden – aber überraschenderweise ist das oft nicht so. Oder einfacher ausgedrückt:

Du kommst nach einem stressigen Arbeitstag nach Hause und willst mit deiner Fellnase nach draußen spazieren gehen. Du sagst nicht viel, aber in Gedanken bist du immer noch auf der Arbeit und argumentierst im Kopf mit deinem Arbeitskollegen. Du bist geistesabwesend und innerlich immer noch wütend darauf – und obwohl du deinen kleinen Fifi anlächelst, während du ihm das Halsband umlegst – dein Hund weiß sofort, dass etwas nicht stimmt. Und noch wichtiger, dass du wütend auf etwas bist. Nun geht ihr beide gemeinsam nach draußen und klein Fifi ist vollkommen darauf vorbereitet, dass irgendetwas da draußen Gefahr bedeutet. Denn warum wärst du sonst so aufgeregt? Jede Person und jeder andere Hund – vielleicht sogar das vorbeifahrende Auto – wird nun mit einem Knurren oder einem wutentbrannten Bellen begrüßt… Und du hast keine Ahnung, was mit deinem kleinen friedlichen Vierbeiner passiert ist, der nun vollkommen unerwartet wie ein Berserker an der Leine zerrt und total aggressiv herüberkommt.

Ein anderes Beispiel ist, wenn du abgelenkt bist. Normalerweise sitzt dein Kampfschmuser sofort, wenn du ihn darum bittest, doch wenn du mit deinen Gedanken woanders bist, dann tut er es nicht. Hunde wissen sofort, ob wir mit unserer ganzen Aufmerksamkeit dabei sind oder nicht. Wenn wir unserer Fellnase also nur halbherzig sagen “Sitz”, während wir daran denken, was wir alles noch erledigen müssen, dann merkt der Hund das sofort.

Sie hören nicht auf unsere Worte, sondern auf unsere Energie

Obwohl es mittlerweile bekannt ist, dass Hunde an die 200 Worte erlernen und verstehen können, so sind es meist Absichten dahinter, die er versteht. Du könntest z.B. deinem Hund irgendein Wort an den Kopf werfen – wenn deine Absicht ist, dass sich dein Vierbeiner hinsetzt – dann wird Fifi das auch dann tun, wenn dein Wortbefehl “Apfel” oder “Pfanne” ist.

Das Wort bedeutet nichts, wenn deine Absicht nicht vorhanden ist. Diese Aussage wird besonders dadurch bestätigt, wenn du deinen Hund dazu bringen kannst, sich hinzusetzen – ohne dass du ein Wort sagst.

Ein anderes Beispiel ist Babysprache, die der Hund eher als Schwäche ansieht. Je nachdem, wie selbstsicher dein Vierbeiner ist, könnte er entweder übermäßig dominant reagieren, weil er sich verpflichtet fühlt, die Rolle des Rudelführers zu übernehmen – oder es könnte ihn so sehr verunsichern, dass er sehr verängstigt und unsicher reagiert. Du willst beides vermeiden, denn beide dieser Szenarien bringen meist nur Probleme.

Hunde sehen und spüren die Energie aller Lebewesen um sie herum

Das bezieht sich auf dich, aber auch auf andere Personen und dann natürlich besonders auf andere Hunde im Park. Das ist die Art und Weise, wie Hunde sich unterhalten – Energie und Körpersprache. Man könnte sagen, dass das die einzig WAHRE Kommunikation ist, denn sie ist ehrlich. Du kannst das jeden Tag aufs Neue beobachten, wenn du die Wechselspiele zwischen verschiedenen Hunden betrachtest: die körperlichen Signale unter Hunden variieren von Unterwürfigkeit – wenn der Hund in geduckter Haltung mit eingezogenem Schwanz beinahe herumschleicht, und dann Dominanz – wo sich das Tier fast auf Zehenspitzen größer macht, mit hoch erhobenem Schwanz und/oder Ohren und Kopf. Eine versteifte Körperhaltung und zurückgelegte Ohren können wiederum Aggression bedeuten.

Du kannst also deinem Hund wirklich nichts vormachen. Wenn deine Energie nicht die ausgeglichene Energie eines fähigen Rudelführers ist, dann kann es gut sein, dass dein Kampfschmuser mehr oder weniger willig entsprechend darauf reagieren wird.

Aber was ist diese Energie?
Und wie können wir sie beeinflussen?

Unsere Energie ist eine Kombination unserer Emotionen und unserer Absichten. Wenn deine Absichten klar sind und deine Emotionen ausgeglichen, dann ist deine Energie ruhig und selbstbewusst. Dein Hund kann so deine Nachricht sehr viel besser verstehen.

Wenn du also das nächste mal gestresst von der Arbeit nach Hause kommst und nur schnell mit dem Hund vor die Tür gehen willst, damit du dich endlich entspannen kannst, dann heißt das:

  • Du bist gestresst, vielleicht wütend, verärgert und abgelenkt.
  • Du willst den Spaziergang mit deinem Hund schnell hinter dich bringen.

Negative Emotionen und schwache Intentionen verwirren deinen Hund.

Wenn du dir nun aber deine Energie bewusst machst, dann kannst du diese insofern beeinflussen, dass du deine Emotionen – in diesem Fall Wut und/oder Ärger – unter Kontrolle bringst. Versuche dich vor eurem Spaziergang zu entspannen. Ein paar ruhige Atemzüge helfen hier sehr gut.

Ein Tipp: Es hilft ganz besonders, wenn du dich auf deinen Hund und dessen Freude auf euren Spaziergang konzentrierst. Nichts ist ansteckender als die Vorfreude und das Lächeln deines Hundes!

Am Ende folgen alle Hunde der stärksten Energie im Haus – und mit Stärke meine ich Ausgeglichenheit, Balance und eine ruhige Grundposition. Der Hund kann einem solchen Rudelführer vertrauen und sich viel leichter dessen Führung überlassen, als jemandem, der sich seiner eigenen Energie nicht mal bewusst ist.