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Wie bekomme ich meinen Welpen stubenrein?

Wie bekomme ich meinen Welpen stubenrein?

Der Tag ist gekommen! Heute bringst du deinen neuen kleinen Hundewelpen endlich nach Hause! Jetzt stehen euch aufregende Abenteuer bevor, endlose Kuschelstunden und eine Freundschaft, die man kaum mit Worten beschreiben kann. ♥

Dein neuer Freund wird sich in der neuen Umgebung erst mal einleben müssen. Gib ihm (oder ihr) Zeit und Raum, alles so richtig gut auszuschnüffeln. Zeig ihm, wo er seinen Wassernapf finden kann und wo er ein sicheres Plätzchen zum Schlafen hat (obwohl sie sich meist ihre eigenen Orte aussuchen).

Und dann solltest du deinem neuen Welpen auch sofort zeigen, wo er sich draußen entledigen kann, falls du das nicht schon vorher getan hast. Denn auch, wenn wir in dieses superknuddelige Gesicht ganz verliebt sind, so sollten wir nicht vergessen, dass sich ab sofort so Einiges im Haus oder in der Wohnung ändern wird. Aber dessen bist du dir ja längst bewusst. Was immer auf dich zukommen mag – du bist vorbereitet. Komme, was wolle.

Gib deinem Welpen genügend Möglichkeiten

Ok. Dann kann der Spass jetzt wirklich losgehen. Als erstes solltest du dir also deinen Wecker stellen. Ich würde alle zwei Stunden empfehlen. Warum? Damit du sofort mit dem wichtigsten Punkt der Welpen-Erziehung anfangen kannst: Stubenreinheit.

Dein kleiner Hund ist wie gesagt noch ein Baby. Babies können ihre Blase noch nicht so gut kontrollieren, wie große Hunde, die manchmal nur zwei oder drei Mal pro Tag rausmüssen. Wenn Welpen Pipi machen müssen, dann machen sie das. Egal wann. Egal wo.

Guter Tipp: In der nächsten Zeit solltest du deine Wohnung oder dein Haus wie eine Art Mienenfeld betrachten. Denn auch, wenn du dich noch so sehr anstrengst – es wird passieren. Halte deine Augen offen. Es kann überall vorkommen. Ob du unvorhergesehen in eine kleine Pfütze irgendwo auf dem Boden hineintrittst, oder dir dein Schoß ganz plötzlich besonders warm wird. Vielleicht findest du plötzlich diese kleinen (oder großen!) Würste in Ecken oder unter deinem Bett. Übrigens sind das keine echten Würste, wenn du verstehst, auf was ich hier hinauswill!

Es gab einen Moment, bei dem ich mitten in der Nacht aufgewacht bin, weil mir etwas Warmes und Feuchtes an meinem Bein entlang lief. Nicht schön. Aber das war meine eigene Schuld! Denn ich Rabenmutti hatte meine nigelnagelneue 10 Wochen alte Hundedame Rocky nicht nach draußen gebracht, damit sie sich entledigen konnte. Denn Welpen tun dies auch im Schlaf, wenn sie noch besonders jung sind. Und ja, meine Dicke schläft auf meinem Bett. Aber das ist ein anderes Thema…

Lasse Deinen Welpen Alle 2-3 Stunden Raus.
Auch Nachts!

Je öfter, desto besser. Also – Wecker stellen. Da musst du jetzt durch. Du solltest alle zwei-drei Stunden deinen kleinen Hund nach draußen bringen und besonders dann überschwänglich loben, wenn er (oder sie) sich draußen entledigt hat. Das muss nicht jedesmal vorkommen. Manchmal müssen sie noch nicht. Aber meistens ist es das erste, was sie tun, sobald sie rauskommen. Geduld ist hier ein besonders wichtiger Punkt! Es ist egal, ob es regnet, schneit, stürmt oder nicht. Das gehört alles dazu, wenn man einen Hund besitzt!

Je konsequenter du das durchziehst, desto schneller wird es dein Welpe lernen, dass man sich draußen entledigen sollte. Draußen gut. Drinnen nicht so gut.

Ich möchte an dieser Stelle gern einfügen, dass du deine kleine Fellnase IMMER besonders loben solltest, wenn sie etwas richtig macht. Sie lernen sehr schnell, dass das Leben SO VIEL BESSER ist, wenn ihr Mensch zufrieden ist und werden alles in ihrer Macht stehende tun, um dich glücklich zu machen. Lob und Bestätigung funktioniert schließlich auch bei uns Menschen und holt das Beste aus uns heraus. Und obwohl ich nur sehr ungern Hunde vermenschlichen möchte – in diesem Fall trifft es tatsächlich zu.

Übrigens bin ich persönlich kein großer Freund von der altbekannten Version, bei der man das Tier durch Bestrafung versucht zu erziehen. Manche gehen sogar so weit, dass Gesicht eines Welpen in ihrem eigenen Urin oder sogar in ihrem eigenen Kot zu reiben – weil es im Haus passiert ist. Der Welpe hat nicht die geringste Ahnung, was das soll oder warum ihm das passiert. Abgesehen davon erzeugt das ganz andere Probleme und hilft bei der Erziehung nicht weiter. Wie gesagt: LOBEN. Und LIEBEN. …na gut, eine Priese Geduld hilft hier natürlich auch immer.

Wenn du also eine dieser Würste oder Pfützen vorfindest, dann ist mein Tip: Zähne zusammenbeißen, Teppich- oder Bodenreiniger holen und saubermachen. Ganz einfach.
Übrigens sind hier spezielle Reiniger empfohlen (gibt es in handlichen Sprühflaschen), die nicht nur für das Haustier ungefährlich sind, sondern auch gleichzeitig bestimmte Enzyme im Urin und im Kot entfernen. Diese Enzyme verleiten einen Hund dazu, sich immer wieder an derselben Stelle zu entledigen. Deshalb macht es Sinn, diesen Geruch und Auslöser zu entfernen.

Höre deinem Welpen zu, wenn er mit dir spricht

Wenn du dich regelmäßig mit deinem kleinen Schützling beschäftigst, dann wird dir nach einer Weile auffallen, dass er mit dir “spricht”. Hunde kommunizieren auf die witzigste und interessanteste Art und Weise mit uns Menschen, um uns wissen zu lassen, was sie von uns wollen. Worte sind hier unwichtig, obwohl ich manchmal umfangreiche Unterhaltungen mit meiner Schäferhündin führe und sie auch immer ganz brav antwortet.

Wenn dir also dein Welpe auf seine Art sagen will, dass er raus muss, dann solltest du das offensichtlich sofort tun. Hunde “sprechen” auf vielerlei Arten mit uns. Hier sind einige Beispiele:

  • Bellen oder Winseln
  • Unruhiges Hin- und Herlaufen
  • Extremes Schnüffeln in Ecken, unter Betten, Tischen, Sofas etc.
  • Demonstratives Hinsetzen bei der Tür, gefolgt von Anstarren, bis du es endlich bemerkst
  • Murmeliges Knurren (was nichts mit Aggression zu tun hat!)

Sobald du diese Anzeichen bemerkst, anziehen und raus an die frische Luft. Egal, wie das Wetter ist. Und wenn dein Vierbeiner dann tatsächlich das tut, wofür er dich vom Sofa geholt hat, dann sollte er wieder besonders gelobt werden. Denn das ist genau das, worauf ihr beide hingearbeitet habt.

Lobe Deinen Welpen, wenn er sich meldet
Weißer Labrador Welpe steht auffordernd vor der Tür

Du fragst dich jetzt bestimmt, wie lange du diesen Zirkus durchziehen musst?

Dazu gibt es leider keine handfeste Antwort. Das hängt nämlich von deinem Welpen ab. Das Alter kann hier genau so entscheidend sein, wie die Gesundheit, denn auch Hunde können z.B. eine Blasenentzündung bekommen. Es kann eine Woche dauern. Ein paar Tage. Einen Monat…

Es kann sein, dass deinem Schnuffi einen Monat lang kein Missgeschick passiert, doch dann findest du ganz plötzlich doch wieder eine kleine Lache auf dem Küchenboden. Das kann vorkommen. Die Blase eines Welpen ist erst im Alter von ca. 1 Jahr so weit entwickelt, dass er oder sie die Kontrolle darüber haben. Also nicht böse sein, wenn es doch ab und zu nochmal passiert.

Der Schlüssel zu jeder Erziehung eines Hundes ist Geduld. Du kannst hier nichts erzwingen. Egal wie sehr du es dir wünschst oder erwartest. Dein Welpe ist ein Tier, das Zeit braucht, sich an die neue Umgebung, an einen neuen Besitzer und vielleicht sogar an neue Familienmitglieder zu gewöhnen. Gib ihm Zeit. Schenke ihm deine Geduld. Und du wirst es mit voller Zuneigung – und einem sauberen Zuhause – zurückbekommen.

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