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Wie wird man zu einem fähigen Rudelführer?

Wie wird man zu einem fähigen Rudelführer?

Wie zeige ich meinem Hund, dass ich das drauf habe? Die Antwort: Konsequenz.
Das blinde Vertrauen unserer Fellnasen muss man sich erst einmal verdienen. Auch wenn sie sich jedesmal ganz brav hinsetzen, wenn man ihnen ein Stückchen Käse vor die Nase hält und das entsprechende magische Wort sagt – Hunde sind nicht dumm. Wenn es wirklich darauf ankommt – also z.B. wenn dann Nachbars Katze auf einmal durch den Garten rennt und dein gehorsamer Cocker Spaniel mit einem Mal sein Gehör verloren hat und nur noch in wilder Jagd hinter der Katze her rennt, dann wird sehr schnell klar, dass es vielleicht doch nur der Käse war, warum er sich vorher so lieb hingesetzt hat.

Es gibt ein paar ganz eindeutige Qualitäten, die ein fähiger Rudelführer besitzen sollte, damit unsere Vierbeiner uns auch ernst nehmen können.

  • 1

    Geduld und Ruhe

    Tief ein und ausatmen hilft. Besonders dann, wenn man lieber laut herumbrüllen möchte, um seinen Fifi zurückzuhalten. Hunde fühlen sich eher zu Menschen hingezogen, die eine gelassene Haltung besitzen. Manche Hunde begreifen, was man von ihnen will, innerhalb von Minuten – andere Hunde brauchen Tage oder sogar Wochen (z.B. spezielle Tierheimfälle mit Verhaltensstörungen). Die Zeit sollte hier keine Rolle spielen, also tue dir selbst einen Gefallen und fokussiere auf dein Ziel, nicht die Uhr.
  • 2

    Erst Toben, dann Trainieren, dann Kuscheln

    
Jeder Hund braucht Bewegung. Damit ist gemeint, dass er sich auch mal so richtig austoben können sollte. Deshalb ist es wichtig, dass man dem Hund genug Möglichkeiten bietet, wo er auch mal frei laufen kann. Ein müder Hund ist sehr viel gehorsamer und kuscheliger, als einer, der sich langweilt und einen ständig anknabbern will. Wenn man dann das Spielen noch mit einer Art Training verbindet, dann hat sich der Hund die Kuschlerei nachher umso mehr verdient.
  • 3

    Grenzen festlegen

    
Wenn ein Hund einmal die Grenzen kennt, dann kommt es kaum noch vor, dass er diese groß in Frage stellen wird. Ganz im Gegenteil, er wird diese Grenzen auch ohne Aufforderung einhalten wollen, denn wenn er brav ist, dann gibt es doch immer wieder mal ein Leckerchen. 
Diese Grenzen beziehen sich übrigens auch auf den persönlichen Raum, den Hunde gern in Anspruch nehmen, wenn du z.B. ein Buch lesen willst, doch dein Schäferhund dir dieses immer wieder wegdrückt, weil er doch so gern direkt neben dir liegen möchte. Mit den Pfoten auf deinem Arm. Und deinem Bauch. Und dann die feuchte Nase direkt in deinem Gesicht. Hier ist eine Grenze durchaus angebracht. Dein Hund darf gerne neben dir liegen bleiben, aber nur dann, wenn er dich in Ruhe dein Buch lesen lässt.

Ein guter Rudelführer ist eine Person, die auf ruhige und entspannte Weise eine durchaus strenge Präsenz bietet, an der sich der Hund gut orientieren und vor der er RESPEKT haben kann.

Wie man diese 3 Punkte in die Tat umsetzt?

Es sind kleine und feine Gesten und Aktionen, die die Hunde in allen normalen Situationen daran erinnern, dass sie sich entspannen können (sollen!) und die Führung getrost dir überlassen können (sollen!). Übrigens funktionieren diese Tipps am Allerbesten, wenn ALLE Mitglieder eines Rudels – also die ganze Familie! – mitmachen und wenn man diese Schritte konsequent durchzieht. Das Letzte, was man will, ist ein Hund, der die Befehle oder Anweisungen des Besitzers ständig in Frage stellt, weil der ungehorsames Verhalten hin und wieder durchgehen lässt!

Also – konsequent bleiben.

Hier sind ein paar einfache Beispiele, die diese Position des Rudelführers in den Augen deines Hundes bestärken und klarstellen:

  • 1

    DU gehst als erster durch jede Tür!

    Ganz besonders, wenn es nach draußen geht. Da du der Rudelführer bist, entscheidest DU wann, wer und wie ihr das Haus verlasst. Dieser einfache Schritt zeigt dem Hund im wahrsten Sinne des Wortes, dass er zu folgen hat. Außerdem gibt es dir so die Möglichkeit, eventuelle kritische Situationen (Postbote, Nachbar’s Hund etc.) von vornherein im Griff zu haben.
  • 2

    DU kannst kommen und gehen wann immer DU willst!

    
Auch wenn es dir noch so schwer fällt – ignoriere deinen Hund für ein paar Minuten, wenn du nach Hause kommst. Warum? Respekt. Dein Hund wird lernen, deine Position als Rudelführer zu akzeptieren und auf deine Einladung zum unbändigen Kuscheln warten, bis du z.B. all deine schweren Einkaufstüten abgestellt und vielleicht sogar ausgepackt hast. Oder bis du den tropfenden Mantel ausgezogen hast und so nicht deine ganze Wohnung unter Wasser setzt, weil es draußen wie aus Kübeln schüttelt. Oder weil es ganz einfach zu gefährlich ist, wenn du einen riesigen Fernseher durch die Tür trägst und nicht über den kleinen wilden Fifi, der dir am Bein hochspringt und zwischen den Füßen herumturnt, stolpern und im schlimmsten Fall den Fernseher auf deine Fellnase fallen lassen willst! Ignorieren hilft übrigens auch bei den Vierbeinern, die vor lauter Aufregung jedesmal Pipi machen müssen, wenn ihr Herrchen endlich nach Hause kommt!

    Gründe gibt es hier genug, warum es Sinn macht, dass dein Hund sich ein bisschen zurückhalten sollte, wenn du nach Hause kommst. Und dies ist eine einfache Angewohnheit, die sich auf lange Sicht bezahlt macht und gleichzeitig deine Position als Rudelführer bestärkt. Es sind ja nur ein paar Minuten. Danach bekommt unsere Fellbacke alle Liebe und Zuneigung die sie verdient!

  • 3

    DU isst, bevor dein Hund isst.

    Alphawölfe fressen ihre Beute zuerst und teilen sie dann mit den anderen Mitgliedern des Rudels. Auch wenn du diesen Punkt eher albern findest – wenn du Probleme hast, deinen Vierbeiner zu kontrollieren und ihm das Konzept beizubringen, dass DU euer Anführer bist, dann ist dies eine weitere sehr einfache Geste, die eine besonders kraftvolle Nachricht übermittelt.

    Ich spreche hier aus eigener Erfahrung. Mein erster Schäferhund-Rottweiler-Mischling war eine sehr kräftige und manchmal auch anstrengende junge Dame, die leider die Angewohnheit hatte, ab und zu mal ihre Zähne zu sehr einzusetzen. Ich habe es tatsächlich mit Hilfe all der genannten Punkte – inklusive diesem – geschafft, dass meine etwas „aggressive Zicke“ tatsächlich zum BESTEN Hund der Welt wurde. Bevor ich ihr den Fressnapf mit ihrem Futter vor die Nase gestellt habe, ass ich VOR ihr. Das war entweder ein Keks oder ein Sandwich oder sogar mein ganzes Abendessen. Ihre Reaktion war genau die, die jeder Hund zeigen sollte: Respekt. Und das Verständnis, dass ICH der Rudelführer war.

Diese sind nur einige wenige Punkte, die dir dabei helfen können, die Beziehung mit deinem Hund oder mit deinen Hunden zu stärken. Je mehr ihr zusammenarbeitet, desto mehr Spass hat man mit seinem Tier.

Vielen Dank für dein Interesse – aber viel mehr – für dein echtes Interesse an deinem Hund!!! ♥

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