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Warum Hunde Menschen anspringen

Warum Hunde Menschen anspringen

Jeder Hundebesitzer kennt das: Man kommt nach Hause und sobald man durch die Tür tritt wird man stürmisch von seinem Vierbeiner begrüßt. Fifi freut sich so sehr, dass man endlich wieder da ist, dass er vollkommen außer sich wie ein Verrückter an einem hochspringt. Falls man zufällig auch noch ein paar Einkaufstaschen in den Händen hält, dann könnte das für die rohen Eier manchmal durchaus gefährlich werden. Eine andere Situation ist die, bei der eine Bekannte zum Kaffee vorbeikommt und Esmeralda, die eigenwillige Pudeldame, kann sich vor Begeisterung kaum zurückhalten und springt sie sofort an, um Hallo zu sagen.

Übermut und Dominanz statt Freude

Die Annahme, dass Hunde ihre pure Freude durch hochspringen zeigen ist jedoch leider vollkommen falsch. Hunde zeigen ihre Freude anders – hochspringen bedeutet in diesen Fällen etwas ganz anderes. Fifi war für eine Weile allein zu Hause und hat in der Zwischenzeit genug Energie gesammelt, die er nun durch sein übermütiges Verhalten wieder abbauen will. Und Esmeralda ist fest davon überzeugt, dass sie die Rudelführerin im Hause ist und das sagen hat und diesem Eindringling – die Bekannte – sollte das sofort mitgeteilt werden, indem sie ihr ihre Dominanz zeigt.

Dominanz hat nichts mit Aggressionen zu tun, ist aber einer der – wenn nicht sogar der wichtigste Bestandteil im Dasein eines Hundes. Die Rudelführung muss in jedem Falle stimmen. Wenn also der Mensch nicht der Rudelführer ist und seine Rolle als Entscheider im Haus nicht ernst genug nimmt, dann übernimmt Esmeralda gezwungenermaßen diese Rolle und wird diese Position bei jeder weiteren Person eindeutig klarstellen. Wenn dann noch eine gewisse Aufregung dazukommt, weil der Hund Langeweile oder zu viel aufgestaute Energie hat, dann kann das Hochspringen regelrecht ausarten.

Aufregung ist nicht gleich Freude

Leider deuten wir Menschen diese Art Begrüßung immer wieder falsch und loben dann noch dieses Verhalten durch Gutzureden und Streicheln, weil wir davon ausgehen, dass sich unsere Vierbeiner freuen, uns zu sehen. Fifi und Esmeralda fühlen sich in ihrem Hochspringen jedoch bestärkt – und dadurch in ihrem Anrecht auf die Position als Rudelführer. Mit Freude hat das leider weniger zu tun. Ganz im Gegenteil. Man könnte Fifis Hochspringen sogar als Schelte ansehen – warum man so lange weg war!

Eine freudige Begrüßung ist respektvoll

Wenn Hunde sich freuen, dass ihr Beschützer und Herrchen oder Frauchen wieder da ist, dann zeigen sie das durch eine sehr respektvolle Haltung bei der sie respektvollen Abstand halten und wie verrückt mit ihrem Schwanz wedeln. Manchmal wedelt dabei der ganze Hintern gleich mit! Der Gesichtsausdruck ist weich und liebevoll – das berühmte Hundelächeln macht sich über das ganze Gesicht breit! Das ist wahre Freude eines Hundes.

Wie man also das Anspringen durch respektvollen Abstand ersetzen kann? Es tut dem Hund nicht weh, wenn man ihn zuersteinmal für eine Minute ignoriert und in aller Ruhe die Einkaufstaschen abstellt, seine Jacke und Schuhe auszieht und vielleicht sogar – als äußerst wirksame Erziehungsmaßnahme bei Extremspringern – ersteinmal die Einkäufe verstaut. Wenn man dann den Hund zu sich ruft kann man ihn oder sie mit so viel Liebe überschütten, wie man will.

Der Hund weiß diese Geste umso mehr zu schätzen, denn diesmal kommt es von Herzen und wird nicht länger als ein Gerangel um die Führungsposition angesehen. Und das ist es doch, worauf es uns ankommt: Dass unser Hund happy ist!

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